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weekly input: 5. Mose 15,16 – Jesus Freaks Stuttgart
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weekly input: 5. Mose 15,16

weekly input vom 11.06.2020

 

Da ich morgens immer die Morgengrüße lese, die aus einem Zitat unbekannter Herkunft und einem Bibelvers bestehen, hier für euch nochmal die Kombination vom 28. Mai und meine Gedanken dazu:
 
Der Herr führt uns zwar durch die Wüste, aber immer als der gute Hirte, und so wird die Wüste zur rechten Straße
 
5. Mose 15,16 Wird er aber zu dir sprechen: Ich will nicht fortgehen von dir, denn ich habe dich und dein Haus lieb – weil ihm wohl bei dir ist –
 
Wenn man mir dieses Zitat gegeben hätte und die Aufgabe, ich soll dazu einen passenden Bibelvers aussuchen, dann wäre ich sicherlich auf viele Sachen gekommen. Psalm 23 hätte auch hier mal wieder gepasst. Mit Sicherheit aber hätte ich diese Stelle nicht ausgewählt. Der Abschnitt, aus dem dieses Zitat entnommen ist, regelt im altestamentlichen Bund den Umgang mit Sklaven aus der eigenen Volksgemeinschaft. Wer in dieser vergangenen Zeit alle anderen Chancen bereits verspielt hatte, der konnte sich als letztes Mittel zum Überleben noch selbst mit seiner Arbeitskraft als Sklave einem anderen im Volk verkaufen. Gewaltsam von außen war das nicht möglich, aber sich selbst verkaufen konnte man offenbar, wenn alle anderen Möglichkeiten, sein Überleben zu sichern, verspielt waren. Allerdings war die Frist für diese selbstgewählte Knechtschaft von vornherein festgelegt. Sechs Jahre lang hatte ein entsprechender Sklave dann Dienst zu leisten. Im siebten Jahr ist die Person aber von ihrer Knechtschaft zu befreien. In diesem Zusammenhang allerdings wird der Sklave nicht nur einfach vom Hof gejagt. Vielmehr soll der nun wieder freie Volksgenosse nicht mit leeren Händen davon gehen, sondern der bisherige Dienstherr soll ihm entsprechend seinem durch Gott erfahrenen Segen aufladen und daran denken, dass er selbst auch von Vorfahren abstammt, die aus der Sklaverei in Ägypten befreit worden sind. Das alleine ist ja schon eine arbeitnehmerfreundliche Regelung von Gott. Allerdings gibt Gott hierzu noch eine weitere Regelung an, nämlich die aus Vers 16. Sollte der Sklave bei seiner Freilassung allerdings nicht freigelassen werden wollen, weil er in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht hat, dass es ihm im Hause seines Arbeitgebers gut geht, dann soll der Dienstherr ihn am Pfosten der Eingangstür ein Ohrloch stechen, zum Zeichen, dass er lebenslang sein Diener ist. 
 
Ich frage mich, wie oft diese zweite Lösung wohl jemals zur Anwendung gekommen ist? Wer sagt schon, angesichts dem Ende einer sechsjährigen Knechtschaft, dass er das gerne bis an sein Lebensende so beibehalten möchte? Nicht alle Chefs der Welt gehen über Leichen, aber ebenso sind die wenigsten eine zweite Mutter Teresa. In die Hände von Menschen zu fallen, ist niemals eine gute Idee. Wenn ich mir das allerdings als Bild auf Gott als den Hausvater vorstelle, dann macht das Ganze für mich sehr viel mehr Sinn, insbesondere wenn Paulus sich selbst als ein Sklave Jesus Christi bezeichnet. Was dieses Verhältnis anbelangt, so sind wir alle dahinein gestartet, gerade wie es hier im 15. Kapitel beschrieben wird: Weil alle anderen Möglichkeiten versagt haben und wir am Ende unserer Möglichkeiten angekommen waren, deshalb haben wir uns selbst an Jesus und seine Liebe und Vergebung verkauft mit Haut und Haaren. Wir selbst konnten uns nicht retten. Und wie im Gleichnis der Arbeiter im Weinberg von Matthäus Kapitel 20 mußte Jesus oft an unserem Marktplatz vorbeikommen, bis wir endlich zur letzten Stunde bereit waren, uns ihm zu ergeben. Für viele war das einst nur ein Glück und Trost, dass es nun wenigstens irgendwie an der Hand von Jesus weitergeht im Leben. Wie dieses neue Leben und dieser neue Dienst aussehen würde, haben wir nicht verstanden. Dazu braucht es viele Tage, sehr viele Tage in seinem Haus und in seinem Dienst, bis man rückblickend auch zur Erkenntnis kommt, dass man es gar nicht besser haben kann, als ein Sklave in diesem Haus zu sein. Und damit sind wir beim zweiten Teil dieser Abmachung zwischen Dienstherr und Diener. Heutzutage ist die Ausbeutung und Entsorgung von Praktikanten und Zeitarbeitern ja an der Tagesordnung. Nicht so in dieser Regelung. Sollte der Diener nicht gehen wollen, so kann der Dienstherr ihn nicht kündigen. Zum Glück sind wir nicht an Jesu Stelle – denn wenn wir ehrlich auf unseren eigenen Lebenslauf zurücksehen – wir hätten uns doch sicherlich nicht selbst angeheuert, wenn wir vorher gewußt hätten, was man mit uns auszuhalten hat. Jesus sei Dank, dass er mehr Liebe und Geduld und Zuversicht für uns hat, als wir selbst es für uns haben. 
 
Achim fürs @

 

 

Wird er aber zu dir sprechen: Ich will nicht fortgehen von dir, denn ich habe dich und dein Haus lieb – weil ihm wohl bei dir ist –       [5. Mose 15,16]

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