weekly:Input 15.07.2026

Dallas Willard aus der Broschüre „tell the Word“ des Verlagsdienstes „church of the saviour“ von 2003
 
… Was geht vor sich, wenn das innere Feuer der Vision zugunsten von Wachstum und äußerlichem Wohlergehen erlischt? Eine der Hauptursachen hat der Niederländer Henri Nouwen identifiziert: Nichts steht der Liebe Christi mehr im Weg als der Dienst für Christus. Was für eine eigenartige Aussage! Vielleicht ist es etwas übertrieben. Aber der gut gemeinte Dienst für Gott hat tatsächlich Auswirkungen auf unser Gottesbild. Er, dessen Größe Menschen dazu bringt, über sich hinauszuwachsen, wird dann selbst zum Bedürftigen, der unsere Dienste nötig hat. Mit Ausnahme von David, der kein unrümlichen Abgang genommen hat, kann man das bei vielen Königen von Juda und Israel beobachten….
… Wie lässt sich dieser Prozess verallgemeinern? Intensive Hingabe zu Gott führt zu einem beträchtlichen Maß an sichtbarem Erfolg. Sichtbarer Erfolg schafft das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Dazu kommt das Empfindren, für das Gelingen verantwortlich zu sein – und für eine entsprechende Fortsetzung. Von außen betrachtet ist der Erfolg alles. Das Gefühl des Fortschritts und der Verantwortung verlagert die Sicht weg von Gott hin zu dem, was man selbst tut oder tun müsste – normalerweise unter dem Applaus und mit der Unterstützung von Befürwortern. Die Arbeit wird zunehmend zur Vision. Sie rückt in den Mittelpunkt. Unsere Gedanken und Gefühle kreisen um unseren Dienst und die vor uns liegende Aufgabe. Ziele und Etappen verstellen die Sicht auf Gott, und letzten Endes sind wir in dem visionslosen Erfüllen einer langen Agenda gefangen. Mühsam bringen wir eins nach dem anderen zuwege.
Das ist der Punkt, an dem der Dienst für Christus die Liebe zu Christus ersetzt. Die innere Liebe zu Gott und das Aufgehen in seinem Handeln bilden nicht mehr das Zentrum des Lebens. Irgendwann kannn es sogar dazu kommen, dass jemand diese Haltung sogar verachtet oder links liegen lässt. „Keine Zeit dafür“ wird die allesbeherrschende Einstellung. Das Feuer Gottes in der menschlichen Seele wird in den Augen eines Menschen, der zwar seine Auswirkungen gut findet, aber nicht versteht, wo sie ihren Ursprung haben, immer albern aussehen.
Achim fürs @

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